Debitoren

Debitoren – Warenkredit und Ausfallrisiko


Das deutsche Rechnungswesen ist voller Fachbegriffe. Ein häufiger Begriff ist der Debitor. Dieser steht für den Schuldner von Forderungen und Leistungen. Es geht dabei um Lieferanten oder andere Warenkredite aus einer Geschäftspartnerschaft mit Kreditoren. Kreditor und Debitor sind also zwei Geschäftspartner. Aus der Sicht des Lieferanten geht es also um Forderungen, die auf der Lieferung von Waren oder Dienstleistungen beruhen. Jede Person des öffentlichen Rechts kann also ein Debitor sein. Der Gesetzgeber hat den Bilanzposten geschaffen, um solche Schulden von anderen abzugrenzen. Im Rahmen einer guten Bilanzierbarkeit sollen sich nämlich außenstehende Betrachter ein Bild darüber machen können, welchen Anteil Debitoren am gesamten Forderungsbestand eines Unternehmens ausmachen. Denn Debitoren stellen einen sehr wichtigen Vermögensbestand am Umlaufvermögen dar. Für das Umlaufvermögen gilt bei der Verwertung der Vermögensbestände das Niederlaufprinzip. Außerdem sind Debitoren in der Regel eine kurzfristige Unverbindlichkeit.

Gewinn wahrscheinlich – Verlust möglich

Die Debitoren dürfen erst dann in einer Bilanz aktiviert werden, wenn die Preisgefahr auf den Käufer übergegangen ist. Ein Gewinn kann also erst bilanziert werden, wenn die Lieferung oder Leistung bezahlt worden ist, denn vorher sind die Risiken noch nicht abgebaut. Bei der Lieferung kommt es nicht allein auf das Erbringen einer Leistung oder Lieferung an, sondern auch auf die Preisgefahr. Diese beinhaltet das Risiko beim Transport, das Risiko des Untergangs und alle übrigen Gefahren, die vor der Übergabe drohen. Beim Barverkauf erfolgt die Bezahlung Zug um Zug mit dem Übergang der Ware. Wenn es an der Bezahlung des Kaufpreises fehlt, dann entsteht bereits bei der Versendung oder Übergabe ein Debitorenrisiko. Beim Versenden wird automatisch eine Forderung aktiviert. Außer der Kunde hat die Leistung im Voraus bezahlt. Ein Erlös entsteht bei der Barzahlung als auch beim Warenkredit sofort. In beiden Fällen findet eine Gewinnrealisierung statt. Bei einem Debitorenrisiko entsteht eine zweifelhafte Forderung. Sie kann lediglich mit einem zweifelhaften Wert bilanziert werden. Mit dieser Bilanzierung wird auch die Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung prognostiziert. Wenn die Zahlung ausbleibt, dann muss die Forderung abgeschrieben werden. Beide Forderungstypen führen über die Wertberichtigung zu einer Ergebniskorrektur und einer Gewinnkürzung.

Gewinnbilanzierung nach endgültiger Bezahlung

Wird die Leistung oder Lieferung endgültig bezahlt, kann die Forderung wieder ausgebucht werden. Wenn die Bezahlung gar nicht oder nur teilweise erfolgt, dann erfolgt die Ausbuchung in Form einer Wertberichtigung oder Abschreibung auf die Forderungen. Bei der Ausbuchung durch Bezahlung ist auch der Vorbehalt des Eigentums ausgehoben. Diese aufschiebende Bedingung wurde meist mit der Einräumung eines Warenkredits vereinbart. Der Eigentumsvorbehalt ist ein typisches Mittel zur Sicherung, das Lieferanten einsetzen, wenn sie einen Warenkredit einräumen. Damit lässt sich auch das Debitorenrisiko ausschalten.