Kreditoren

Kreditoren – auf Treu und Glauben

Ein Kreditor ist der Gläubiger von Forderungen gegenüber einem Debitor. Seine Forderungen entstehen aus Leistungen oder Lieferungen, die er erbringt, wenn keine Bar- oder Vorauszahlung erfolgt. Er erbringt seine Leistungen also auf Kredit und trägt somit das Risiko, dass der Debitor die Zahlungen zum vertraglich vereinbarten Termin erbringt.

Umlaufvermögen oder Gewinn

Da es sich um offene Forderungen handelt, muss ein Kreditor seine offenen Forderungen als Umlaufvermögen bilanzieren. Eine typische Bilanzposition sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, denen beim Debitor die Bilanzposition Forderung aus Lieferungen und Leistungen gegenübersteht. Dadurch soll im Rahmen der Bilanzklarheit erreicht werden, dass ein außenstehender Betrachter sich ein Bild über den Forderungsstand eines Unternehmens verschaffen kann. In vielen Unternehmen präsentieren bei Bilanzposten einen hohen Anteil der Bilanzsumme. Im Handelsrecht zählen bei Forderungen zum Umlaufvermögen, für das bei der Bewertung das sogenannte Niederstwertprinzip gilt.

Niederstwertprinzip und Schmälerung des Gewinns

Dieses Prinzip wird auf alle Gegenstände eines Firmenvermögens angewendet, bei dem die weiter geführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten den tatsächlichen Wert übersteigen. Es wird auch nicht zwischen einer dauerhaften oder vorübergehenden Wertminderung unterschieden. Auch eine Interpretation über die Dauer einer Wertminderung durch den Bilanzierenden ist untersagt. Später ist ein geringerer Wert anzusetzen und durch eine außerplanmäßige Abschreibung zu bilanzieren. Dieser Wertverlust ergibt sich durch einen Börsen- oder Marktpreis am Stichtag.

Wie entsteht das Risiko des Lieferanten? Bei einer Warenlieferung besteht die Gefahr, dass der Auftraggeber bzw. der Debitor die Waren oder Dienstleistungen zu spät, unvollständig oder unbezahlt erhält. Im schlimmsten Fall ist der Debitor sogar insolvent. Diese Risiken werden in der Kreditorenbuchhaltung überwacht und verwaltet. Der Kreditor kann seine Abnehmern Kreditorenlimite einräumen. Das heißt, er ist bereit, Waren bis zu einer gewissen Höhe gegen offene Rechnung auszuliefern und ein Zahlungsziel festzulegen. Diese Risiken werden über Informationen eingestuft, zum Beispiel eine Bank- oder Büroauskunft oder die Jahresbilanz. Wenn diese Risiken dem Kreditor zu hoch sind, kann er sein Risiko mindern, indem er einen Eigentumsvorbehalt geltend macht. Dieser berechtigt ihn, bei Verzögerungen die Waren beim Debitor wieder abzuholen. Beim Eigentumsvorbehalt handelt es sich um eine Kreditsicherheit, die Kreditorenrisiken verringert oder beseitigt.

Zweifelhafte Forderung oder Verlust

Wenn der Kreditor auf den Eigentumsvorbehalt verzichtet, entsteht eine zweifelhafte Forderung. Diese muss vom Kreditor mit ihrem wahrscheinlichen Wert bilanziert werden. Diese Bewertung erfolgt auf der Basis der Prognose, die vorhersagt, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Rückzahlung erfolgt. Wenn mit einem vollständigen Ausbleiben der Zahlung gerechnet werden muss, handelt es sich um eine uneinbringliche Forderung. Diese muss abgeschrieben werden. In beiden Fällen folgt eine Korrektur des Geschäftsergebnisses in Form einer Wertberichtigung oder Abschreibung, was den Gewinn eines Unternehmens schmälert.